Eiweißkombination
Die Kombination verschiedener Proteine kann die biologische Wertigkeit erhöhen | Foto: PixelsAway / depositphotos.com

Die biologische Wertigkeit

Die biologische Wertigkeit – was ist das und welche Bedeutung hat es?

Wer sich schon einmal mit dem Thema Protein beschäftigt hat, hat dabei sicherlich auch den Begriff „biologische Wertigkeit“ gehört. Vor allem bei der Frage nach der Qualität einer Eiweißquelle, ist die biologische Wertigkeit ein wichtiges Thema. Wir haben in der Folge alles Wichtige zu diesem Thema zusammengefasst.

Die biologische Wertigkeit – das Wichtigste in Kürze:

  • Die biologische Wertigkeit zeigt an, wie hochwertig ein Protein wirklich ist.
  • Damit ist keinerlei Aussage zum tatsächlichen Proteingehalt eines Produktes oder eines Lebensmittels verbunden.
  • Die biologische Wertigkeit einzelner Proteine kann sich durch eine Kombination verschiedene Eiweiße erhöhen.
  • Je höher die biologische Wertigkeit, desto besser kann ein Protein im Körper verarbeitet werden.

Was genau ist die biologische Wertigkeit eigentlich?

Jeder Mensch braucht Proteine. Diese spielen eine wichtige Rolle beim Muskelwachstum und beim Erhalt einer gesunden Muskulatur. Proteine bestehen aus Aminosäuren. Diese wiederum sind die Grundbausteine des menschlichen Körpers. Proteine bestehen aus 21 verschiedenen Aminosäuren, von denen wiederum heute 9 als unentbehrlich (früher essenziell) bezeichnet werden.

Das bedeutet, dass der Körper diese 9 Aminosäuren nicht selbst herstellen kann. Sie müssen täglich in ausreichender Menge zugeführt werden, damit der Körper alle körpereigenen Abläufe dauerhaft gesund fortführen kann.

Mit der biologischen Wertigkeit ist die Umwandelbarkeit eines Proteins aus der Nahrung in körpereigenes Protein gemeint. Je höher die biologische Wertigkeit, desto mehr körpereigenes Protein kann aus der jeweiligen Proteinquelle durch die Verdauung gewonnen werden. Wie hoch diese biologische Wertigkeit ist, liegt vor allen Dingen am enthaltenen Aminosäureprofil eines Proteins.

Da jedes Protein anders zusammengesetzt ist, kann die Wertigkeit zwei verschiedener Proteinsorten stark voneinander abweichen.

Warum ist die biologische Wertigkeit wichtig?

Die biologische Wertigkeit gibt über zweierlei Dinge Aufschluss. Einerseits kann der Verbraucher anhand der biologischen Wertigkeit sehen, welches Protein im Körper am besten verarbeitet werden kann. Andererseits zeigt die biologische Wertigkeit, welches Protein möglichst wenige „Abfallstoffe“ bei der Verarbeitung im Körper hinterlässt.

Dabei gilt es zwei Dinge zu beachten. Der dauerhaft hohe Konsum von Proteinen mit einer geringen biologischen Wertigkeit, führt nicht zwangsläufig zu einer ausreichenden Versorgung mit Proteinen bzw. mit den essenziellen Aminosäuren. Allerdings kann die Kombination eines Proteins mit hoher biologischer Wertigkeit und eines solchen mit niedriger biologischer Wertigkeit insgesamt unter dem Strich eine bedeutend höhere Wertigkeit ergeben.

Wie wird die biologische Wertigkeit errechnet?

Die biologische Wertigkeit wird nach einer mathematischen Formel errechnet. Dabei wurde das Volleiprotein eines Hühnereis als Referenzwert verwendet. Dieses erreicht eine biologische Wertigkeit von 100. Die biologische Wertigkeit anderer Lebensmittel und einzelner Proteine wird dazu in den direkten Vergleich gesetzt. Erreicht ein Protein eine Wertigkeit über 100, ist es hochwertiger als das Protein aus einem Hühnerei. Liegt die Wertigkeit eines Proteins unter 100, ist die Verfügbarkeit im Körper schwächer ausgestaltet.

Der tatsächliche Wert hängt mit dem Stickstoffgehalt des jeweiligen Proteins zusammen. Aminosäuren sind chemische Zusammensetzungen, die unter anderem Stickstoff enthalten. Der Stickstoffanteil unterschiedliche Proteine liegt in der Regel zwischen 15 Prozent und 24 Prozent. Je höher der Stickstoffanteil eines Proteins, desto niedriger ist oftmals die biologische Wertigkeit. Diese wird konkret durch die folgende Berechnung ermittelt:

Die Stickstoffmenge, die nach der Verarbeitung des Proteins im Körper verbleibt, geteilt durch die Stickstoffmenge, welche man durch den Verzehr des Proteins in sich aufgenommen hat. Das Ergebnis wird dann mit 100 multipliziert.

Als Formel sieht das Ganze folgendermaßen aus:

(Verbleibende Stickstoffmenge/Aufgenommene Stickstoffmenge) x 100 = biologische Wertigkeit

Was gilt es bei der Auswahl der richtigen Lebensmittel neben der biologischen Wertigkeit zu beachten?

Die biologische Wertigkeit eines Lebensmittels sagt nichts, über den Eiweiß – bzw. Proteingehalt aus. So liegt beispielsweise die biologische Wertigkeit der Kartoffel bei 76. Die von Rindfleisch liegt lediglich bei 84, also nur acht Punkte über der einer Kartoffel. Dafür bringt Rindfleisch auf 100 g Fleisch 26 g Protein mit sich. Kartoffeln kommen bei 100 g der Knolle lediglich auf 2 g Protein.

Das zeigt, dass die biologische Wertigkeit eines Lebensmittels zwar hoch sein kann – sein Proteingehalt dennoch sehr niedrig. Dazu kommt, dass neben dem Protein in einem Lebensmittel auch die anderen enthaltenen Nährstoffe eine wichtige Rolle spielen. Zumindest wenn es darum geht, sich gesund und vollwertig zu ernähren.

Wichtig sind also grundsätzlich der Proteingehalt, die biologische Wertigkeit und der Gehalt an weiteren Nährstoffen. Insbesondere der Fettanteil und die Art der enthaltenen Fettsäuren sollten bei der Auswahl der Lebensmittel für den täglichen Bedarf zusätzlich eine wichtige Rolle spielen.

Wie hoch ist die biologische Wertigkeit einzelner Lebensmittel?

Lebensmittel

Biologische Wertigkeit

Vollei 100
Thunfisch 92
Eiklar 88
Schweinefleisch 85
Rindfleisch 84
Sojamilch 84
Reis 82
Magerquark 81
Geflügel 81
Kartoffel 76
Forelle 75
Kabeljau 75
Linsen 60
Erbsen 59

 

In der Regel bringen tierische Proteine eine höhere biologische Wertigkeit mit, als pflanzliche Proteine.

Tipp

Es gibt auch unter den einzelnen Lebensmitteln Sorten, die mit unterschiedlichen Wertigkeiten daherkommen. So werden Kartoffeln beispielsweise in vielen Tabellen mit einer Wertigkeit von 96 geführt – in anderen mit einer Wertigkeit von gerade einmal 76 und teilweise sogar mit 74. Das liegt daran, dass verschiedene Kartoffelsorten eine unterschiedliche Wertigkeit mitbringen können.

Kann man die biologische Wertigkeit von Lebensmitteln erhöhen?

Das kann man durchaus. Hierzu bedarf es lediglich der Kombination verschiedener Lebensmittel. Da sich dadurch auch das Aminosäuremuster der enthaltenen Proteine vermischt und so verändert, kann sich die biologische Wertigkeit bei den richtigen Kombinationen erheblich erhöhen.

So bringt beispielsweise die Kombination von Vollei und Kartoffeln eine Steigerung der biologischen Wertigkeit für die komplette Mahlzeit auf 136. Das bedeutet, dass in der Kombination Vollei und Kartoffeln deutlich mehr der vorhandenen Proteine vom Körper aufgenommen werden, als wenn man nur das reine Ei essen würde.

Schon gewusst?

Das gilt bei Lebensmitteln nur dann, wenn zu 100 Prozent die richtige Mischung getroffen wird. Für eine Steigerung der biologischen Wertigkeit auf 136 darf die Mahlzeit nur zu 36 Prozent aus Vollei bestehen und zu 64 Prozent aus Kartoffeln. Ist das Verhältnis nicht absolut eingehalten worden, verändert sich die biologische Wertigkeit und erreicht nicht mehr die angegebenen Spitzenwerte.

Die folgenden Kombinationen eignen sich dabei wunderbar für eine Erhöhung der biologischen Wertigkeit:

Kombination Gemeinsame biologische Wertigkeit
70 % Molkenprotein + 30 % Kartoffeln 134
75 % Hühnerei + 25 % Milch 121
55 % Hühnerei + 45 % Erbsen 120
51 % Milch + 49 % Kartoffeln 114
23 % Kartoffeln + 77 % Rindfleisch 113

 

Das sind nur einige Beispiele für eine positive Beeinflussung der biologischen Wertigkeit durch eine Kombination verschiedener Lebensmittel.

Wie hoch genau ist der Tagesbedarf an Protein und was hat die biologische Wertigkeit damit zu tun?

Der Tagesbedarf von Nährstoffen wird in Deutschland regelmäßig von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung E. V. (DGE) in Form von entsprechenden Empfehlungen festgelegt. Dieser hier festgelegte Tagesbedarf kann von dem, der in anderen Ländern empfohlen wird, abweichen.

Das liegt zum einen an unterschiedlichen Herangehensweisen, wenn es um die Festlegung entsprechender Empfehlungen geht. Die DGE beispielsweise ist sehr zurückhaltend, was die Empfehlung zur Aufnahme hoher Mengen von Nährstoffen angeht.

Zum anderen aber auch an der Frage, welches Ziel mit der jeweiligen Festlegung eines Referenzwertes verfolgt wird. Die DGE beispielsweise gibt lediglich Werte heraus, die einen Mangel an einem bestimmten Nährstoff vermeiden. Andere Experten sprechen ihre Empfehlungen auf der Grundlage der möglichen positiven Auswirkungen von Nährstoffen aus.

Damit Proteine ihre volle Wirkung entfalten und tatsächlich zum Muskelwachstum oder zum Muskelerhalt beitragen können, ist mehr als die empfohlene Tagesdosis der DGE notwendig. Mit der normalen Nahrung ist die notwendige Proteinaufnahme kaum zu leisten.

In der Folge haben wir einmal die aktuellen Empfehlungen der DGE zusammengefasst, um einen kleinen Überblick über das absolute Minimum in Sachen notwendige Proteinaufnahme zu bieten.

Alter Empfohlene Proteinmenge pro Tag
Männlich Weiblich
0 bis unter 4 Monate 8 g 8 g
4 bis unter 12 Monate 11 g 11 g
1 bis 3 Jahre 14 g 14 g
4 bis 6 Jahre 18 g 18 g
7 bis 9 Jahre 26 g 26 g
10 bis 12 Jahre 37 g 38 g
13 bis 14 Jahre 50 g 49 g
15 bis 18 Jahre 62 g 48 g
19 bis 50 Jahre 57 g 48 g
51 bis 64 Jahre 55 g 47 g
65 Jahre und darüber hinaus 67 g 57 g

 

Schwangere haben je nach erreichtem Trimester einen gesteigerten Proteinbedarf. So muss dieser im 2. Trimester aus der obigen Tabelle passend zum Alter entnommen und um 7 g erhöht werden. Im 3. Trimester muss der Tagesbedarf aus obiger Liste schon um 21 g am Tag erhöht werden. In der Stillzeit sogar um 23 g.

Hinweis

Bei den obigen Werten handelt es sich lediglich um Referenzwerte, die vonseiten der DGE so zur Verfügung gestellt werden. Diese sind bemessen nach dem gesunden Durchschnittsgewicht eines Menschen in dem jeweiligen Alter. Grundsätzlich wird empfohlen, dass Erwachsene rund 1,0 g Protein pro kg Körpergewicht zu sich nehmen.

Bei Personen mit größerer Muskelmasse oder Übergewicht, kann der Mindestbedarf an Protein daher von den oben genannten Zahlen abweichen. Sportler und andere Menschen mit einem erhöhten Bedarf an Protein, sollten sogar bis zu 2,0 g pro kg Körpergewicht am Tag zuführen.

Was hat die biologische Wertigkeit damit zu tun?

Wer seinen Tagesbedarf an Protein zur Gänze stillen möchte, muss seine Ernährung entsprechend darauf ausrichten. In vielen Fällen reicht die mit der Nahrung aufgenommene Proteinmenge schon nicht aus, um den Minimalbedarf am Tag zu decken. Wer dazu auch noch die positiven Effekte von Eiweiß nutzen möchte, sollte den Umsatz deutlich erhöhen.

Das funktioniert nur, wenn Proteine mit entsprechend hoher Wertigkeit gewählt werden. So wird sichergestellt, dass so viel Protein wie möglich im Körper ankommt. Die Zahl 100 beim Vollei ist allerdings keine Prozentangabe. Vielmehr handelt es sich hierbei lediglich um einen Referenzwert.

Welche Bedeutung hat die biologische Wertigkeit bei Eiweißprodukten im Bereich Nahrungsergänzung?

Wie man anhand der von der DGE empfohlenen Mindestaufnahmemenge von Protein ablesen kann, ist eine komplette Versorgung mit Eiweiß allein über die tägliche Nahrung kaum zu leisten. Wer zusätzlich zur Aufrechterhaltung der körpereigenen Funktionen auch den Muskelaufbau stimulieren will oder den Muskelerhalt sichern möchte, muss noch mehr Protein aufnehmen.

Allerdings muss dieses Protein auch im Körper verarbeitet werden können. Daher ist es einerseits sinnvoll, die tägliche Proteinzufuhr durch entsprechende Eiweißpräparate zu erhöhen. Andererseits muss auch bei diesen Präparaten darauf geachtet werden, dass die biologische Wertigkeit stimmt.

Nur so kann man wirklich sichergehen, dass die gewünschte Proteinmenge nicht nur aufgenommen wurde. Sondern im Körper auch zu körpereigenem Protein weiterverarbeitet werden konnte.

Neben verschiedenen anderen Aspekten sollte also die biologische Wertigkeit eines Proteins bei der Auswahl eines Eiweißprodukts immer eine Rolle spielen.

Auch hier kann die Kombination von Proteinen eine Rolle spielen

Die Wertigkeit bei der Kombination von Lebensmitteln erhöht sich, durch die Veränderung des Aminosäureprofils der Speisen. Den gleichen Effekt machen sich auch viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und Eiweißpräparaten zunutze.

So kann beispielsweise ein besonders hochwertiges Eiweißpräparat mit der richtigen Kombination verschiedener Proteine und der Zugabe einzelner Aminosäuren teilweise eine Wertigkeit von bis zu 146 erreichen.

Da Eiweißpräparate mit einem vergleichsweise hohen Proteingehalt daherkommen, kann ein Unterschied in der biologischen Wertigkeit zwischen zwei Präparaten schon eine erhebliche Differenz in der aufgenommenen Proteinmenge bei der Einnahme bewirken.

Bei Eiweißpräparaten besteht grundsätzlich die Möglichkeit, einzelne Aminosäuren isoliert hinzuzufügen. So kann wissenschaftlich genau ermittelt werden, welche Kombinationen eine höchstmögliche biologische Wertigkeit ergeben. Anders als in der Küche geht es dann nicht darum, dass der Verbraucher die Mischung genau treffen muss – das hat der Hersteller bereits erledigt.

Das macht es vergleichsweise leicht, möglichst hochwertiges Protein zu sich zu nehmen und so den Tagesbedarf auf jeden Fall zu stillen.

Wieso sollte die biologische Wertigkeit nicht das einzige Auswahlkriterium bei Eiweißprodukten sein?

Mit der biologischen Wertigkeit wird keine Aussage zum Proteingehalt an sich getroffen. Darüber hinaus gibt dieser Wert auch nur begrenzt Auskunft über Dinge wie die Absorptionsgeschwindigkeit des jeweiligen Proteins oder die enthaltenen weiteren Nährstoffe.

Welche Bedeutung spielt die Absorptionsgeschwindigkeit bei der Auswahl des richtigen Proteins?

Die Absorptionsgeschwindigkeit beschreibt die Geschwindigkeit, mit welcher ein Protein im Körper verarbeitet wird. Während beispielsweise hochwertiges Whey Protein zumeist innerhalb von 40 – 60 Minuten bereits zu einem Großteil verarbeitet wurde, ist Casein-Protein eine Variante mit einer deutlich niedrigeren Wertigkeit. Die allerdings auch nur deutlich langsamer verarbeitet wird.

Das machen sich viele Sportler zunutze, wenn es um die Einsatzzeit eines Proteinpräparats geht. So wird beispielsweise das höherwertige Whey Protein oft morgens direkt nach dem Aufstehen und nach einem intensiven Training eingenommen. So kann der Körper schnell wieder mit allen essenziellen Aminosäuren versorgt werden. Casein hingegen eignet sich hervorragend als Protein, vor dem zu Bett gehen.

Da dieses Protein nur sehr langsam vom Körper verarbeitet wird, erfolgt eine Aufnahme von essenziellen Aminosäuren über die Verdauung für mehrere Stunden bis tief in die Nacht. Das wiederum regt die Ausschüttung der sogenannten Schlafhormone an. Das wichtigste dieser Hormone ist Melatonin.

Neben Dunkelheit braucht es auch Eiweiß (bzw. die Aminosäure Tryptophan) als Baustein, damit es überhaupt produziert werden kann. Ohne Melatonin gibt es keinen guten Schlaf. Casein kann dabei helfen, die Melatonin-Ausschüttung die Nacht hindurch stabil zu halten.

Welche weiteren Kriterien gibt es bei der Auswahl der richtigen Produkte?

Wer auf der Suche nach einem passenden Eiweißpräparat ist, sollte dabei auf einige Dinge achten. Hier einmal eine kurze Auflistung der wichtigsten Punkte.

Der Proteingehalt

Neben der biologischen Wertigkeit spielt der tatsächliche Proteingehalt die wichtigste Rolle. Je höher der Proteingehalt, desto mehr Protein wird im Körper auch tatsächlich verarbeitet und umgewandelt. Werden Eiweißprodukte ganz klassisch für den Muskelaufbau eingenommen, sollten sie über eine hohe Wertigkeit und einen hohen Proteingehalt verfügen.

Die Auswahl eines Proteins mit einer niedrigeren Wertigkeit kann trotzdem sinnvoll sein, wie oben bereits gezeigt. Allerdings sollte auch in einem solchen Fall stets auf einen möglichst hohen Proteingehalt geachtet werden.

Zusätzliche Nährstoffe

Es gibt verschiedene Nährstoffe, die zu einer normalen Eiweißsynthese beitragen. Bei der Eiweißsynthese handelt es sich letztlich um die Verarbeitung im Körper. Hier ist vom Proteinaufbau aus einzelnen Aminosäuren die Rede.

Bei der Aufnahme von Protein erfolgen die folgenden Schritte. Als Erstes wird das Protein verspeist und gelangt in den Magen. Hier wird es auf die Verarbeitung im Darm vorbereitet. Dort angekommen wird es in die einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Diese gehen dann über verschiedene Rezeptoren ins Blut und werden von dort an die Stellen transportiert, an denen sie gebraucht werden.

Die anschließende Wiederzusammensetzung der Aminosäuren zu körpereigenen Proteinen ist der Vorgang, der als Eiweißsynthese bezeichnet wird. Vonseiten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wurden unter anderem drei Nährstoffe benannt, die einen positiven Einfluss auf diesen Vorgang haben. Diese sind:

  • Zink
  • Magnesium
  • Vitamin B6

Ebenfalls wichtig bei der Verarbeitung von Proteinen im Körper ist die Aminosäuresynthese. Diese wird beispielsweise durch Folat oder Folsäure unterstützt.

Damit sind diese vier Nährstoffe wunderbar geeignet, um ein Proteinpräparat gut abzurunden. Andere Vitamine oder Nährstoffe können enthalten sein und ebenfalls ihre positiven Auswirkungen entfalten.

Kohlenhydrat- und Fettgehalt

Ein Eiweißpräparat besteht niemals zu 100 % aus Proteinen. Die anderen Makronährstoffe Fett und Kohlenhydrate sind immer auch ein Stück weit enthalten. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Gehalt an diesen beiden Makronährstoffen nicht zu hoch ist.

Die enthaltenen Kohlenhydrate entstammen zumeist zugefügtem Zucker. Vor allem preisgünstige Produkte können mit einer Menge Zucker daherkommen. So soll ein besonders süßer Geschmack erzeugt werden. Dass der Fettgehalt ebenfalls möglichst gering sein sollte, versteht sich von selbst. Wer unter anderem mit der Hilfe von Proteinshakes abnehmen möchte, sollte besonders auf diese beiden Punkte auf der Nährstofftabelle achten.

Zusätzliche Einschränkungen

Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten werden heute leider immer häufiger. Wer beispielsweise Probleme mit einer Laktoseunverträglichkeit hat, kann vor allem von Whey Proteinen schnell Beschwerden bekommen. Hier kann es Sinn machen, auf ein Produkt mit weniger Laktose auszuweichen. Auch wenn das bedeutet, ein Protein mit einer geringeren biologischen Wertigkeit zu wählen.

Welche Proteine haben welche biologische Wertigkeit?

Es gibt zahlreiche verschiedene Proteine. In der Welt der Nahrungsergänzungsmittel begegnet man dabei zumeist denselben Vertretern. Wir haben hier einmal die Wertigkeit der fünf wichtigsten Proteine zusammengetragen. Dabei handelt es sich um die Wertigkeit des reinen Proteins. Eine Kombination verschiedener Proteine wiederum führt zu einer Veränderung in der Wertigkeit.

Protein Wertigkeit
Whey-Protein 106
Eiprotein 100
Sojaprotein 85
Erbsenprotein 78
Casein 77

 

Mancher wird das ebenfalls durchaus beliebte Reisprotein in dieser Liste vermissen. Das liegt daran, dass Reisprotein kein vollwertiges Protein ist. Es hat im Prinzip die Wertigkeit 0, da ihm die Aminosäure Lysin beinahe komplett abgeht. Damit hat Reisprotein kein komplettes Aminosäureprofil.

Dennoch wird Reisprotein gern in Nahrungsergänzungsmitteln für Veganer genutzt. In Kombination mit Erbsenprotein steigert es nämlich zum einen die Wertigkeit des Erbsenproteins. Zum anderen gewinnt es in dieser Partnerschaft Lysin hinzu.

Generell kann die Wertigkeit einzelner Proteine durch eine geschickte Kombination verschiedener Aminosäureprofile erheblich erhöht werden. So bieten verschiedene Hersteller Whey Protein Präparate an, die eine biologische Wertigkeit deutlich jenseits der 130 aufweisen können. Teilweise sogar über 140 gehen.

Fazit: Die biologische Wertigkeit ist ein guter Anhaltspunkt für die Qualität – aber kein alleiniges Kaufkriterium

Die biologische Wertigkeit zeigt dem Verbraucher, welche Proteinprodukte wie hochwertig sind bzw. wie gut das enthaltene Protein im Körper wirklich aufgenommen werden kann. Auch wenn Mehrkomponenten Eiweiße häufig eine hohe biologische Wertigkeit haben, kann, je nach Ziel der Proteineinnahme und möglichen Einschränkungen, trotzdem ein Produkt mit einer niedrigeren Wertigkeit das Präparat der Wahl sein. Wer beispielsweise von einer Laktoseintoleranz geplagt wird, sollte auf das besonders hochwertige Whey Protein eher verzichten. Letztlich kann die biologische Wertigkeit daher nur ein Kaufkriterium unter mehreren sein.

FAQ – Häufige Fragen zur biologischen Wertigkeit

Was bedeutet die biologische Wertigkeit von Eiweiß?

Mit Hilfe der biologischen Wertigkeit wird die Fähigkeit des Körpers abgebildet, ein bestimmtes Protein in körpereigenes Protein umzuwandeln. Damit wird keine Aussage zum Proteingehalt eines Produktes oder Lebensmittels getroffen. Auch nicht zu zusätzlichen Nährstoffen oder der Qualität des Produktes unter dem Gesichtspunkt von unnötigen Zusatzstoffen wie Süßstoffen, Geschmacksverstärkern und Ähnlichem.

Wie wird die biologische Wertigkeit ermittelt?

Hierbei wird der nach der Verarbeitung des Proteins im Körper noch vorhandene Stickstoff durch den mit dem Protein aufgenommenen Stickstoff geteilt. Das Ergebnis wird anschließend mit 100 multipliziert. Das Ergebnis aus dieser gesamten Rechnung wird dann mit den Daten des Hühnereis ins Verhältnis gesetzt.

Das Hühnerei als Ganzes wurde als Referenzwert festgelegt und bringt deshalb einen Wert von 100 mit. Unter den Nahrungsmittelproteinen ist es eines der hochwertigsten. Allerdings gibt es dank umfassender Studien und Kombinationen verschiedener Proteine eine ganze Reihe hochwertiger Präparate, die mit einer höheren biologischen Wertigkeit daherkommen.

Was hat die höchste biologische Wertigkeit?

Die höchste biologische Wertigkeit hat Whey Protein. Dieses erreicht in seiner reinen Form im Schnitt eine biologische Wertigkeit von rund 106. In Kombination mit anderen Aminosäuren und Eiweißen kann hier sogar eine biologische Wertigkeit von bis zu 146 erreicht werden.